Mittwoch, 9. Mai 2012

Rezension 4LYN - Quasar






Nach 4 Jahren Pause melden sich 4LYN mit ihrem neuen Album „Quasar“ zurück und beweisen, dass sie qualitativ eine ordentliche Schippe drauf gelegt haben. Die Hamburger Formation, die mittlerweile schon über 10 Jahre eine gelungene Mischung aus Rock, Pop und Nu-Metal zelebriert, kann auch mit dem aktuellen Machwerk punkten und für genug Abwechslung sorgen.

Der Opener „My Guide“ ist auch sofort einer dieser Kracher, die einen aufhorchen lassen und sofort für gute Laune sorgen. Kräftige Gitarrenriffs, minimalistisch gehaltene Strophen und ein melodiöser, eingängiger, rockiger Refrain. Wer nun aber denkt, dass das schon alles war und der Kurs nunmehr festgelegt ist, der wird direkt beim nächsten Song eines Besseren belehrt. „Someone's Got 2 Do It“ fährt nicht nur mit Shouts und glatten Rap-Elementen auf, sondern schafft es trotzdem, das Melodiöse und somit das gewisse Etwas zu erhalten. Und wo gerade noch gerockt wurde, regieren im nächsten Atemzug bereits bei der Singleauskopplung „Club Exploitation“ die Pop-Elemente. Und auch wenn mir der Refrain etwas zu verspielt ist, hängt einem der Song doch noch eine Weile nach und immer wieder fliegen vor dem inneren Auge bunte Konfettis durch die Luft, die den Song immer wieder reproduzieren. Und zum Schluss wird es bei „Hollow Man“ sogar ganz ruhig, gefühlvoll und ergreifend, und das alles ganz ohne unnötige Schnörkeleien. Zuvor erwartet uns auf „Quasar“ jedoch noch der ein oder andere weitere Ohrwurm, wie zum Beispiel „M.O.N.E.Y.“, bei welchem Rock und Nu-Metal perfekt miteinander verschmelzen. Und wo Juwelen sind, da gibt es natürlich auch einen „Jewellery Store“, der etwas düsterer, aber gleichzeitig auch sehr lebhaft und abwechslungsreich daher kommt. Und ja, die Anleihen bei Bands wie Linkin Park sind teilweise einfach nicht zu verleugnen. Was 4LYN jedoch schaffen, ist, dass sie in dem Moment, in dem man etwas Altbekanntes erwartet, dann doch etwas Unerwartetes dazwischen kloppen und somit das ganze Konstrukt etwas auflockern. Und obwohl die Mischung aus Hip Hop, Rock und Metal bekanntermaßen gut funktioniert, gefällt mir ein „I Am A Phantom“, bei welchem die Hip Hop Elemente stark dominieren leider eher weniger. Der Mut für so einen Song sollte aber dennoch honoriert werden. Und zwischen so einem Song und den vielen Krachern dieses Werks liegt der Rest, der weder auffällig noch unauffällig ist und einfach -wie sagt man- ganz nett ist, nicht weh tut und einfach gut gehört werden kann.

„Quasar“ ist sicher nicht perfekt, aber 4LYN knüpfen an ihre bisherigen Erfolge auf hohem Niveau an und machen vor, wie eine abwechslungs- und facettenreiche Scheibe auszusehen hat. Hier kann sich der ein oder andere Künstler sicher etwas abgucken.

4/5 Sternen

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